Satellitenempfang in Europa - FAQ
Version 15.06.2024
Für Rückfragen bei mir genügt es, auf den gelben Briefkasten zu klicken.
Zu Beginn des Jahres 2000 startete ich mit dieser Sammlung des Grundwissens
für den vorwiegend deutschsprachigen Empfang von Satellitensignalen in Europa. Das
Ziel ist eine verständliche Erklärung der Punkte, die
für gebräuchliche Einsatzfälle von Bedeutung sind. Besondere
Konfigurationen für Empfang bzw. Verteilung sind eher in der newsgroup
de.rec.tv.technik zu diskutieren. Informationen wie
Sendertabellen, die aktuell im Internet verfügbar sind, werden am Ende
der FAQ mit Links angeboten weil es wenig Sinn macht, sie hier nochmals zu
pflegen.
Das Format ist HTML. In diesem Format lassen sich Links nutzen oder mit der
Maus aus dem Inhaltsverzeichnis zum gewünschten Punkt springen.
Der Text kann zum privaten
Gebrauch genutzt werden. Irgendwelche Ansprüche gegen den Verfasser werden ausgeschlossen.
Vorneweg eine generelle Bitte: Wenn sich etwas ändert, ohne dass ich es bemerke,
dann bitte nicht schimpfen sondern mir Bescheid geben unter:
gerd@satgerd.de
Das gilt auch für Anregungen, Verbesserungswünsche und Fehlerkorrekturen.
Wenn mir jemand eine Mail schickt und keine Antwort erhält, so bitte die Mail
nochmal schicken, da ich mich bemühe, jede Mail zu beantworten.
Der Text der FAQ steht aktuell auf meiner homepage zur Verfügung:
http://www.satgerd.de/
Unter Photos im linken Frame meiner Homepage sind Beispiele von Empfangsanlagen mit Bildern, darunter
meine aktuelle Schüssel zu sehen. Wenn sich jemand für terrestrischen Empfang
interessiert, gibt es unter DVB-T recht verblüffende Hinweise.
Zur Versorgung mit Fernseh- und Radiosignalen wird von der Erde über sogenannte
Uplinkstationen zu den geostationär positionierten Satelliten und von dort wieder
zurück zur Erde gesendet. Hier werden die Signale von den Satellitenschüsseln
aufgefangen und gebündelt zum LNB ( Low Noise Block, das ist das Kästchen vor der
Schüssel, an dem Koaxkabel angeschlossen ist) reflektiert. Um möglichst auf
kleinem Raum viele Signale weiterleiten zu können, werden dabei technische Tricks
angewandt. So werden vom Satelliten die Signale pro Transponder jeweils
um 90 Grad gedreht und horizontal bzw. vertikal polarisiert. Dadurch wird weniger
Bandbreite benötigt. Im LNB werden die Funkwellen von den hohen Sendefrequenzen
auf eine Zwischenfrequenz umgesetzt und über Koaxkabel zum Receiver (Empfänger)
weitergeleitet. Nachdem die LNB auch eine geringe Stromversorgung zur Signalumsetzung
brauchen, erhalten sie über das Kabel vom Receiver eine Gleichspannung
zugeleitet. Diese Gleichspannung wird auch verwendet, um dem LNB zu zeigen
ob Signale der horizontalen oder der vertikalen Polarisationsebene umgewandelt
werden sollen.
Zur besseren Ausnutzung der Frequenzbereiche werden die Satellitensignale wie
schon beschrieben noch zusätzlich umgewandelt. Früher waren rechts- bzw. linksdrehende
Signale verbreitet. Diese Art findet aber für die normalen Benutzer keine Anwendung.
Heute werden meist Signale in horizontaler und vertikaler Polarisierung verwendet.
Im LNB wird die gewünschte Polarisierung an der Höhe der vom Receiver gelieferten Gleichspannung
erkannt und zur Frequenzumsetzung verwendet. Ist die Gleichspannung höher
als 15,5V, werden die horizontal polarisierten Signale ausgewählt und unter 15,5V
die vertikal polarisierten Signale. Die meisten Sendefrequenzen der Satelliten
bewegen sich im Bereich zwischen 10,6 und 12,7 GHz. Den Bereich nennt man das
KU-Band. Ein weiteres Band ist das C-Band mit Frequenzen um 4 GHz. Satelliten,
die im C-Band arbeiten, benötigen hohe Sendeenergien und zum Empfang grosse
Schüsseln. Vielleicht ist das der Grund, warum sie nur ein geringes
Einsatzpotential aufweisen.
Nachdem das Satellitenfernsehen mit der analogen Technik eingeführt wurde, boten
sich durch die Weiterentwicklung der Technik und schnellere elektronische Bauteile
weitere Möglichkeiten der Verbreitung. So entstand die digitale Technik für
Fernsehen und Radio. Während im analogen Betrieb jeweils ein Frequenzpaket eines
sogenannten Transponders ausschliesslich für ein analoges TV Programm ausreichte,
werden derzeit im gleichen
Frequenzbereich bis zu 28 digitale Fernsehprogramme ausgestrahlt. Dabei handelt es sich aber
natürlich um Sender, die wenig bewegte Bilder aufweisen. Auch die Bildqualität ist
selbstverständlich nicht so gut wie beispielsweise bei sechs Programmen auf
einem Transponder. Im digitalen Betrieb werden die Signale auch noch komprimiert und dadurch
die benötigten Bandbreiten reduziert. Zusätzlich
werden auf einem Transponder noch etliche Radioprogramme in unterschiedlicher
Form gesendet.
Verschiedene Sendeanstalten verschlüsseln die Sendesignale und verlangen dann Gebühren
von ihren Abonnenten. Diese Programme darf ich hier aus der Betrachtung heraushalten,
weil das ein eigenes Gebiet ist. So ist es aus meiner Sicht sehr zu begrüssen, wenn die
deutschen Programme zum Beispiel auch in Spanien und Polen empfangen werden können.
Das trifft ja auch für viele Programme aus Italien zu. Einmal ist es vorteilhaft
für Urlauber, überall in Europa diese Programme frei empfangen zu können, für die
sie ja zuhause bereits die Gebühr bezahlt haben. Viel wichtiger ist es aber für
diejenigen, die im Ausland arbeiten und dort auch frei die deutschen und
italienischen Programme sagen wir mal geniessen können. Da ist die Situation in
Österreich, der Schweiz und Frankreich ganz anders. Hier werden sogar die
öffentlich rechtlichen Programme codiert und nur für die Bevölkerung geöffnet,
die im Lande lebt. Für die Schweiz können im Ausland lebende Schweizer sogar den
Zugriff erhalten. Der ORF sendete zum Beispiel von Juli 1998 bis ca. September
2000 digital codiert die beiden Programme ORF1 und ORF2, obwohl sie niemand
empfangen konnte. Auf dem Markt existierten nämlich die erforderlichen Geräte
noch nicht und angeblich hatten sie sich noch nicht für eine Verschlüsselungsmethode
entschieden. Seit etwa September 2000 sind ORF Kunden in der Lage, die ORF
Programme digital zu empfangen und dekodieren.
Begründet wird die Verschlüsselung in Österreich mit urheberrechtlichen Gründen, obwohl auch
die eigenen Produktionen verschlüsselt werden. So wird zum Beispiel die Zeit im
Bild um 22 Uhr im ORF verschlüsselt, gleichzeitig aber auf SAT3 und ORF2E offen ausgestrahlt.
Ausserdem können die Kosten für die "Urheberrechte" nicht so teuer sein, wenn
seit Juli 2000 sogar jede Menge Lokalsender auf Astra europaweit senden. Außerdem sind
natürlich die
Werbeeinnahmen viel höher, wenn der Empfangsbereich größer ist.
Im Jahre 2003 änderte der ORF das
Verschlüsselungsverfahren nach der Kirchpleite und deren Verschlüsselungsumstellung.
So verschlüsselt der ORF zusätzlich noch auf Jahre wie bisher mit Betacrypt und
zusätzlich mit Cryptoworks. Allerdings sind für alte Receiver keine Betacrypt
Smartcards mehr lieferbar. Ab Frühjahr 2004 sendet nun der ORF sein Abendprogramm
des ORF2 sogar unverschlüsselt unter dem Namen ORF2E.
Wenn man allerdings diesen ORF2E anschauen will, sieht
man häufig nur eine Videotextseite mit dem Hinweis auf fehlende
Übertragungsrechte. Wieviel Geld könnte der ORF sparen, wenn er auf ORF2E
verzichten und bei ORF2 nur die betroffenen Sendungen verschlüsseln würde.
Die Schweizer Rundspruchgesellschaft sendet verschlüsselt, gönnt sich aber einen
eigenen unverschlüsselten Kanal, auf dem sie erklärt warum sie angeblich
verschlüsselt.
Seit Juni 2003 senden BBC unverschlüsselt, weil sie die Lizenzgebühren für die
Verschlüsselung in Höhe von 85 Millionen Pfund für fünf Jahre einsparen können.
Allerdings senden sie auf einem Beam, der im östlichen und südlichen Deutschland
schon grössere Schüsseln erfordert. In Österreich sind sogar sehr grosse Schüsseln
nötig.
zum Inhaltsverzeichnis
Nach dem Entschluß, eine Empfangsanlage zu installieren, ist der wichtigste Punkt erst einmal,
den Bedarf zu ermitteln.
Werden die allgemein üblichen deutschsprachigen Programme gewünscht, empfiehlt sich
eine Schüssel mit der Ausrichtung auf die Astra Position 19,2° Ost. Für italienische und mehr
osteuropäische Programme bietet sich Hotbird auf 13° Ost an. Zur Auswahl bietet sich
das Studium der Programme in den Senderlisten (Lyngsat/ Astra/ Hotbird) an.
Nach der Ermittlung der Satellitenposition gilt die Aufmerksamkeit der Signalverteilung im Haus.
Soll nur ein Empfänger versorgt werden, genügt nämlich ein Kabel von der Schüssel zum Receiver.
Bei der heutigen Technik ist allerdings empfehlenswert, auch gleichzeitiges Aufnehmen und Anschauen
in Betracht zu ziehen. Bei einem Twinreceiver sind nämlich dann zwei Kabel zum LNB nötig.
Ansonsten gilt die Regel: ein Kabel pro Receiver, die Sternverteilung. Bei weiterer Verteilung im Haus sind
sogenannte Multischalter angebracht. Weitere Entscheidungskriterien sind bei der LNB
Beschreibung zu finden. Auch zu beachten ist unter 1.12.7 das System DiSEqC EN50494 bzw. Unicable.
Bei der Größe der Schüssel kann man in Deutschland davon ausgehen, daß der häufigste Betrieb für Astra mit 60cm
gelingt. Für Multifeed, also den Empfang mehrerer Satelliten mit einer Schüssel, oder auch für
größere Schlechtwetterreserven sind 80cm oder 90cm zu empfehlen. Bei speziellen Fällen sind die
sogenannten footprints der Satellitensysteme für die Größe in Betracht zu ziehen. Links sind
am Ende der Faq aufgeführt. Das Material für die Schüssel ist wohl unter dem Aspekt der Langlebigkeit
zu wählen. Unsere erste Schüssel war aus Stahl und fing schon bald zu rosten an. Zwar ist unter
Photos von Satellitenanlagen im linken Frame der Beweis der Funktion trotz Rost geliefert,
aber ideal scheint das nicht gerade. Bei Kunststoffschüsseln gibt es die Bedenken des
Alterungsprozesses beim Material. Aluschüsseln sind von diesen Überlegungen nicht betroffen.
Die halten und halten.
Derzeit befinden sich schon unzählige Satelliten im Orbit. Ob es sich
um Telstar, Sirius, Kopernikus, Astra oder Hotbird handelt. Sie hier alle
aufzuführen wäre wenig nutzbringend. Während viele Satelliten
einzeln stehen, positionieren einige Satellitenbetreiber mehrere Satelliten
in einem Sektor im Weltraum nebeneinander und erhöhen so die Zahl der
möglichen Sender im gleichen Freqenzbereich. Während heute viele Satelliten
ausschliesslich TV- und Radioprogramme übertragen, kommen immer mehr
andere Aufgaben dazu. Als Beispiel nenne ich hier mal die Übertragung
von Daten, Internet Datenverbreitung und kommerzielle Sendungen sowie
Ausbildungsprogramme von grossen Firmen.
Heute werden die meisten TV- und Radioprogramme von den beiden Satellitensystemen
Astra und Hotbird mit jeweils mehreren Satelliten in einem Sektor gesendet.
Diese Satellitensysteme sind an verschiedenen Positionen aber mit jeweils mehreren
Satelliten im gleichen Winkel auf der geostationären Umlaufbahn
positioniert. Nachdem diese Fenster so eng sind, fällt das beim Empfang
auf der Erde nicht auf. So sind derzeit bei Hotbird auf den gängigen
13 Grad Ost fünf Hotbird Satelliten verfügbar. Bei Astra auf 19,2
Grad sind es sogar noch mehr. Relativ neu sind mehrere Satelliten auf 28
Grad Ost. Allerdings sind diese Satelliten mehr am britischen Bereich orientiert.
Zur Ermittlung der empfangbaren Satelliten gibt es eine kleine Faustregel.
Empfangbar sind Satelliten mit einer Position von 75° nach Westen und 75° nach
Osten bezogen auf den Standpunkt. Weiter entfernte Satelliten können wegen der Erdkrümmung
leider nicht mehr empfangen werden.
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Gebräuchlich sind kreisrunde Schüsseln und sogenannte Offsetspiegel.
In der üblichen Anwendung haben sich die fast senkrecht stehenden Offsetspiegel
durchgesetzt. In ihnen bleibt z.B. der Schnee nicht so leicht hängen
und Empfangsstörungen sind dadurch auch seltener. Wird die Schüssel
etwas grösser als unbedingt erforderlich gewählt, sind auch
genügend Empfangsreserven vorhanden um zum Beispiel auch bei stärkeren
Regenfällen einen guten Empfang zu gewährleisten. Bei meiner 88cm
(senkrecht und 82 cm waagrecht) Offsetantenne mit Multifeed für Astra
19,2 Grad, Hotbird 13 Grad und Astra sowie Hotbird 28 Grad haben wir vielleicht
drei bis fünfmal im Jahr Empfangsstörungen durch krasse Regenfälle. Die dauern dann
möglicherweise fünf bis zehn Minuten. Viele Schüsseln sind
wohl aus Gewohnheit auf dem Dach neben der terrestrischen Antenne montiert.
Andere sind auf Balkonen montiert, um die "optische Beeinträchtigung"
der Nachbarn zu verhindern. Unsere Schüssel ist im Garten an einer Mauer
befestigt. Dadurch kann ich bei starkem Schneefall mit der Hand den Schnee
entfernen und ich kann auch auf auf eine Erdung verzichten. Im Winter waren etwa
zehn Zentimeter Schnee im unteren Teil der Schüssel hängengeblieben und meine Frau
konnte die italienischen Sender von Hotbird nicht mehr empfangen. Nach
einem kurzen Wischer waren sie wieder da.
In Wikipedia sind unter dem Begriff Parabolantenne die üblichen Empfangsschüsseln beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Parabolantenne
Schüsseln auf dem Balkon
Nach dem Urteil des Landgerichts Berlin AZ 63S 66/03 gehört eine nicht fest
installierte Schüssel auf dem Balkon zum vertragsgemässen Gebrauch und ist als
Gegenstand des Nutzers zu betrachten. Anders ist eine fest montierte Schüssel
anzusehen. Sie ist im Gegensatz als fester Teil des Hauses einzustufen.
Ein Urteil des Landgerichts München sagt das Gleiche bei der Montage an einem
Ständer. Nur darf die Schüssel nicht an der Mauer oder dem Balkongeländer
befestigt sein. AZ 31 S 7699/03.
Schüssel hinter Fensterscheiben
Mancher möchte seine Schüssel im Zimmer hinter der Fensterscheibe aufstellen,
weil am Haus keine Schüssel angebracht werden darf. Das kann in einem Fall
funktionieren, im Anderen nicht. Häufig sind nämlich die Isolierglasscheiben
bedampft. Diese hauchdünne Metallschicht behindert dann den Empfang. Ein kleiner Hinweis,
wie man oft eine bedampfte Glasscheibe erkennen kann: Man hält die Flamme
eines Feuerzeugs neben die Glasscheibe. Wird die Flamme mehrfach gespiegelt,
muß man von einer Metallschicht ausgehen. Unter Photos ist auf meiner Homepage
ein Link, der unter Anderem Schüsseln auf dem Balkon stehend/ liegend zeigt.
Feste und bewegliche Antennen
Bei festen Empfangsschüsseln können die empfangenen Signale zu
weiteren Empfangsstellen verteilt werden. Eine bewegliche Schüssel mit
Motorsteuerung kann nur von einem Benutzer verwendet und gesteuert werden.
Material der Schüssel
Mit einer Eisen-/ Stahlschüssel hatte ich nach ein paar Jahren ziemlich
viel Rost drauf, daher habe ich dann beim Umbau der Anlage gleich eine
Aluminiumschüssel gekauft. Die funktioniert seit Jahren problemlos.
Mit Kunststoffschüsseln habe ich keine Erfahrung, da hatte ich beim
Kauf meiner Schüssel halt Bedenken wegen der Haltbarkeit mit der Sommerhitze
und der Kälte im Winter. Vielleicht kann mir jemand seine Erfahrungen
zumailen.
Grösse der Schüssel
Im deutschen Bereich können 40cm ausreichen zum Empfang. Viele empfehlen
für Einzelanlagen eine 60 cm grosse Schüssel wegen der Empfangsreserven
bei Regen. Für Multifeedanlagen, also Schielhalterungen für mehrere
Satelliten sind 80cm eine gute Wahl. Zu Bedenken ist, dass grössere
Schüsseln genauer ausgerichtet sein müssen, weil bei ihnen der
Einfallswinkel kleiner ist als bei kleinen Schüsseln.
zum Inhaltsverzeichnis
Im LNB werden die Satellitenfrequenzen umgesetzt. Empfangen werden heute
im Hausgebrauch Frequenzen zwischen 10,6 und 12,7 GHz, also Gigahertz. Diese
Frequenzen würden für die Verteilung aber einen kolossalen technischen
Aufwand erfordern. So werden sie um die Frequenz "LOF" reduziert. LOF bedeutet
local oszillator frequency und gibt die LNB interne Frequenzumsetzung an.
Auf den meisten LNB kann man diese LOF aussen ablesen. Hier ist es erforderlich,
etwas auf die Entwicklung einzugehen. Zu Beginn des Satellitenempfangs für
den normalen Haushalt gab es die drei Astrasatelliten 1A, 1B und 1C. Die
LNB und die Receiver waren nur für deren Frequenzbereich ausgelegt. Die
LOF war 10 GHZ und die Bandbreite der Receiver für die umgesetzten
Frequenzen reichte von etwa 950 MHz bis 1750 MHz. Mit dem Astra 1D wurde
dieser Frequenzbereich gesprengt und es waren andere LNB und Receiver
erforderlich. Die LOF der neuen LNB wurde 9,75 GHz und die Bandbreite der Receiver
wurde auf ca. 950 MHz bis 2050 MHz erweitert. Mit der Einführung der
digitalen Sendetechnik wurde der Satellitenfrequenzbereich auf über
11,6 GHz erweitert. Damit wurden auch wieder neue LNB und Receiver erforderlich.
Dabei wurden sogenannte Frequenzbereiche eingerichtet und zwar der untere
Frequenzbereich als low band und der obere Frequenzbereich als high band.
Für die Frequenzen von 10,6 bis 11,6 GHz gilt als LOF 9,75 GHz und für
den oberen Frequenzbereich von 11,6 bis 12,7 GHZ als LOF 10,6 GHz. Ohne
Ansteuerung wird der untere Frequenzbereich verwendet, dadurch funktionieren
die früher installierten Geräte weiterhin. Soll der obere Frequenzbereich
genutzt werden, moduliert der Receiver ein 22kHz Signal auf das Koaxkabel, das
im LNB die Frequenzumschaltung auf den oberen Frequenzbereich bewirkt. Mit dieser
Methode wird erreicht, dass die Receiver ihren Frequenzbereich doppelt einsetzen
können. Einmal für den unteren und einmal für den oberen Frequenzbereich des LNB.
Die Ausgänge der LNB sind eigentlich ein Kapitel für sich. Da gibt
es single, also Einzel LNB. Sie sind vorgesehen für die Nutzung
mit nur einem Gerät. Sollen mehrere Geräte zur gleichen Zeit und
unabhängig voneinander betrieben werden, sind andere LNB erforderlich.
Da ist der TWIN LNB als herkömmlicher LNB mit zwei völlig eigenständigen Ausgängen
vorhanden, wobei zwei Nachbarn oder TV und VCR unabhängig voneinander die Schüssel
nutzen können. Eine andere Art ist der DUAL LNB, der im unteren Frequenzbereich
bei analogen Analagen zum Einsatz kam. An dem einen Ausgang liegen die vertikal polarisierten
Sender an und am anderen Ausgang werden die horizontal polarisierten Programme
herausgeführt. Die beiden Leitungen des LNB werden zu einem sogenannten
Multischalter geführt, von dem aus die weitere Verteilung erfolgt, indem
abhängig von der Receivereinstellung der gewünschte Multiswitcheingang
durchgeschaltet wird. Im analogen Bereich können dabei hinter einem
Multischalter beliebig viele Geräte versorgt werden, da nur zwei
verschiedene Signalebenen existieren. Als nächste Stufe sind für
den Empfang beider Frequenzbereiche die Quattro LNB vergleichbar dem DUAL LNB zu betrachten.
Für den kompletten Frequenzbereich sind die erforderlich, weil sie je
Kombination vertikal, horizontal und untere Frequenzen, obere Frequenzen
einen Ausgang zur weiteren Verteilung bereitstellen. Aus diesem Grund braucht
ein digitaltauglicher Multischalter zur weiteren Verteilung mindestens diese
vier Eingänge. Seit einiger Zeit gibt es Quattro LNB, die mit Hilfe einer
eingebauten Matrix vier eigenständige Ausgänge haben und daher
für einfache Anlagen einen Multischalter überflüssig machen.
Meistens werden sie als Quad LNB bezeichnet. Mechanisch betrachtet sind LNB
mit 23mm und 40mm Halterungsdurchmesser üblich. Nachdem die LNB-Halterungen an den Schüsseln ebenfalls
mal 23mm und und andere 40mm aufweisen, heisst es beim Kauf aufpassen, dass der
Durchmesser passt. Für 23mm LNB gibt es einfache Halbringe aus Plastik als
Adapter für 40mm Halterungen.
Vom Receiver wird eine Gleichspannung auf das Koax-Kabel angelegt, das dem LNB
als Stromversorgung dient, während das im LNB erzeugte Signal auf dem gleichen
Kabel zum Receiver geleitet wird. Gleichzeitig wird durch die Höhe der
Gleichspannung dem LNB mitgeteilt, ob er Signale der vertikalen oder der
horizontalen Polarisationsebene weiterreichen soll. Dabei gilt als
Schwellspannung 15,5 V. Legt der Receiver eine niedrigere Spannung an,
werden die vertikalen Polarisationsebenen empfangen. Für die horizontalen
sendet der Receiver die höhere Spannung. Üblich sind 14/ 18 V.
Zur Auswahl der Frequenzbänder wird ein
Wechselspannungssignal mit der Frequenz 22 kHz vom Receiver auf das Koax-Kabel
aufmoduliert. Ohne dieses Signal
wird der untere Frequenzbereich von 10,6 bis 11,6 GHz ausgewählt und
für den Empfang des oberen Frequenzbandes von 11,6 bis 12,7 GHz werden
die 22kHz aufmoduliert. Auf diese Weise können ältere Anlagenteile bei
Hochrüstungen wegen ihrer Kompatibilität weiter verwendet werden.
Bei Händlern, die sowohl Empfangsköpfe mit als auch ohne Feed(-Horn)
anbieten, wird in der Beschreibung zwischen "LNB" und "LNBF" unterschieden.
Der "LNB" hat einen Flansch, an den ein entsprechend im Brennpunkt der Antenne
montiertes Feed-Horn (spezielles Stück Rohr evtl. mit rillen vorne dran)
und ein Polarizer angeschraubt wird. Bei einem "LNBF" ist das ganze als fest
verbundene Einheit integriert (das sind die für Astra/Hotbird interessanten
LNB). LNBF's haben im 90 Grad Winkel gegeneinander versetzt eingebaute Erreger,
sind daher nur für Signale geeignet, die auf diesen beiden Ebenen einfallen.
Das muss bei einer fest installierten Antenne je nach Satellit nicht mit
dem horizontal/vertikal einer Wasserwaage am Empfangsort übereinstimmen.
Der Winkel, um den der LNBF am Empfangsort zu verdrehen ist, nennt sich Skew
(kann auch mit SMW siehe Installation ermittelt werden). Im allgemeinen
Sprachgebrauch wird fast nur noch der Begriff LNB verwendet. LNC für
Low Noise Converter wird kaum noch benutzt und bedeutet sowieso das Gleiche.
Nach schwieriger Suche von Andre hier noch ein Zusatz für Anwender mit Flansch-LNB:
Es gibt Hersteller, die (neue und hochwertige) Quattros für C120-Flansch
bauen und man findet sie auch, wenn man das Zauberwort kennt, das die
Suchergebnisse richtig sortiert: C120 eben.
Außer den linear polarisierten Signalen (horizontal/vertikal) gibt
es noch zirkular polarisierte Signale (linksdrehend/rechtsdrehend, oder englisch
als LHC/LC oder RHC/RC abgekürzt). Dieses Abstrahlungsverfahren hat
nur noch bei einem einzigen aktiven KU-Band-Satellit in Europa Bedeutung
(Thor 1), und wurde früher z. B. auch beim deutschen TV-Sat verwendet.
(Im C-Band ist die Bedeutung der beiden Verfahren umgekehrt)
Die LNB unterscheiden sich noch in dem Detail der "Ausleuchtzone" bzw. des
f/d-Verhältnisses des verwendeten Parabolreflektors. Bei "ganzen"
Parabolantennen (sog. Prime Focus) muss die Antenne im Elevationswinkel direkt
auf den Satelliten ausgerichtet werden, was bei Astra in München einen
Winkel von um die 35 Grad bedeutet. Weiterhin hängt der LNB exakt genau
in der Mitte des Reflektors und deckt einen Teil davon ab. Da diese Antennen-Form
extreme Witterungsprobleme (Auffangen von Regen, Schnee ...) bedeutet, werden
für den Hausgebrauch Offset-Antennen verwendet. Diese bestehen aus einem
Ausschnitt aus einer (gedachten) ganzen Parabol-Antenne. Bei Offset-Antennen
hängt der LNB unterhalb der Antenne, weiterhin steht der Reflektor nahezu
senkrecht, um besseren Schutz gegen Witterungseinflüsse zu haben. Der
Name Offset-Antenne kommt daher, dass die Antenne um einen bestimmten Versatz
tiefer ausgerichtet werden muss, als der gewünschte Satellit steht.
Alle LNB mit integriertem Feed sind für die Verwendung in Offset-Antennen
geeignet. (LNB mit Flansch und passende Prime-Focus Feeds werden nur von
Händlern angeboten, die auch größere Parabolantennen, z.
B. 1,80 Meter anbieten)
Als Qualitätsmassstab für LNB wird meistens das Rauschmass angegeben. Dies kann
aber nur ein grober Vergleichswert sein, weil jeder Hersteller das Rauschmass
nur für einen bestimmten Frequenzbereich ermittelt und dann diesen Wert zur
Qualitätsangabe verwendet. Nachdem keine einheitlichen Frequenzen für die
Ermittlung des Rauschmasses benutzt werden, ist also diese Angabe nur grob für
den direkten Vergleich heranzuziehen. Aus eigener Erfahrung kann ich mitteilen,
dass beim Ausfall durch sehr starken Regen kaum ein Unterschied
zwischen 0,7 und 0,3 db Rauschmass ist. Mit dem Invacom 0,3 Quad hatte ich auch
schon eine knappe viertel Stunde Ausfall.
zum Inhaltsverzeichnis
LNB[F] mit *einem* Anschluss
(Auf einige LNB wird aufgrund ihrer
geringen Bedeutung nicht näher eingegangen, sie werden der
Vollständigkeit halber aufgeführt) LNB[F] mit einem Ausgang sind
grundsätzlich nur für die direkte Verwendung mit einem Receiver
geeignet
- C-Band LNB mit externem Polarizer und Feed
- C-Band LNBF (eingebauter Polarizer für linear)
- Single LNBF (10 GHz Local Oscillator)
- Diese Sorte LNBF ist für den
Empfang des Bereichs von 10,95 GHz bis ca. 11,8 GHz gedacht, und wurde vor
der Einführung des Astra-1-D Unterbands (10,7 GHz bis 10,95 GHz) eingesetzt,
um Astra-1-A, B und D zu empfangen. (Schaltspannung 13/18 Volt für
Umschaltung vertikal/horizontal) (nicht für Neuanlagen zu gebrauchen)
- Single LNBF (9,75 GHz Local Oscillator)
- Dient dem Empfang des (vorrangig
analogen) Bandes von 10,7 GHz bis 11,8 GHz. (Schaltspannung 13/18 Volt für
Umschaltung vertikal/horizontal)
- Single Universal LNBF (9,75 GHz und 10,6 GHz L.O.)
- Dient dem Empfang des
kompletten (analogen und digitalen) KU-Bandes zwischen 10,7 GHz und 12,75
GHz ,(Schaltspannung 13/18 Volt für Umschaltung
vertikal/horizontal),(Schaltsignal 22 KHz an/aus für Umschaltung
Oberband/Unterband)
- "Telecom" LNBF
- Diente früher dem Empfang der Programme des französischen
Telecom-Systems auf 5 Grad West. (Schaltspannung 13/18 Volt für Umschaltung
vertikal/horizontal
- Monoblock Universal LNBF
- Ersetzt in einem Gehäuse eine Kombination
aus zwei Universal-LNBF (und einem DiSEqC-Schalter) für den Empfang
von 2 Sat-Positionen, die einen Abstand von 6 Grad haben (z. B. Astra 19,2
Grad Ost und Hot Bird 13 Grad Ost). Diese LNBF sind aber nur für
eine Bauform und Grösse einer Schüssel abgestimmt.
- Quattro-Band LNB (und passender Polarizer und Feed)
- Wird in einer drehbaren Anlage (und je nach Feed in einem Prime-Focus- Reflektor) verwendet.
LNBF mit zwei Anschlüssen
- Dual LNBF (10 GHz Local Oscillator)
- (nicht für Neuanlagen zu empfehlen, da nur für den unteren Frequenzbereich einsetzbar).
- Dual LNBF (9,75 GHz Local Oscillator)
- Dient dem Empfang des (analogen)
Bereichs 10,7 GHz bis 11,7 GHz, hat einen festen Ausgang für vertikale
und einen festen Ausgang für horizontale Ebene. (für Multischalter
mit zwei oder mehr Eingängen geeignet) (auch für billige Multischalter,
die nicht immer konstant 13 Volt am einen und 18 Volt am anderen Eingang
liefern, geeignet; mit Twin LNBF würde es im Umschaltmoment Störungen
anderer Teilnehmer geben)
- Twin LNBF (9,75 GHz Local Oscillator)
- Dient dem Empfang des (analogen)
Bereichs 10,7 GHz bis 11,7 GHz für direkten Anschluss zweier Receiver,
die unabhängig voneinander H./V. auswählen können. (mit
ausdrücklich "Twin tauglich" markiertem Multischalter auch in Verteilanlage
zu gebrauchen)
- Twin Wideband LNBF (9,75 GHz Local Oscillator)
- Dient dem kompletten (analogen
und digitalen) Empfang des KU-Bands (10,7 GHz bis 12,75 GHz). Bei diesem
Spezial-LNBF werden von der Antenne zur Inneneinheit nur 2 Kabel benötigt
(da jeweils eine Polarisationsebene am Stück umgesetzt wird, also Unter-
und Oberband durchgehend am Stück von 950 MHz bis 3000 MHz). Im Haus
wird das Unter- und Oberband dann noch mal auf den üblicherweise von
Universal Quattro LNBF's kommenden Frequenzbereich umgesetzt, um dann über
einen Multischalter an alle Teilnehmer verteilt zu werden. Um alle Sender
empfangen zu können, ist es besser, statt dieses
Spezial-LNB einen üblichen LNB mit den erforderlichen Kabeln einzusetzen
und direkt anzuschliessen beziehungsweise einen Multischalter zu verwenden.
- Twin Universal LNBF (9,75 GHz und 10,6 GHz Local Oscillator)
- Dient dem kompletten (analogen und digitalen) Empfang des KU-Bands (10,7 GHz bis 12,75
GHz) mit direktem Anschluss von zwei Receivern. (jeder Receiver kann zwischen
den vier Ebenen U.H./U.V./O.H./O.V. getrennt wählen) (mit ausdrücklich
als "Twin Universal tauglich" verkauftem Multischalter auch in Verteilanlage
zu gebrauchen; Multischalter muss 22 KHz Signal zum LNB hin filtern, sonst
kann es im Umschaltmoment zu Störungen anderer Teilnehmer kommen)
LNBF mit vier Anschlüssen
- Universal Quattro LNBF (9,75 GHz und 10,6 GHz Local Oscillator)
- Dient dem kompletten (analogen und digitalen) Empfang des KU-Bands
(10,7 GHz bis 12,75 GHz) und hat vier feste Ausgänge, auf denen die vier
Ebenen (U.H./U.V./O.H./O.V.) getrennt heraus kommen. Diese Version ist nur für
die Verwendung mit nachgeschaltetem Multischalter geeignet, über den dann alle
Teilnehmer jede der vier Ebenen auswählen können.
- Universal Quad LNBF (9,75 GHz und 10,6 GHz Local Oscillator)
- empfängt das volle Ku-Band von 10,7 bis 12,75 GHz und hat dank eingebauter Matrix
(Multischalter) vier eigenständige Ausgänge.
LNBF mit acht Anschlüssen
- Universal LNBF (9,75 GHz und 10,6 GHz Local Oscillator)
- Wird auch octo genannt und dient dem kompletten (analogen und digitalen)
Empfang des KU-Bands (10,7 GHz bis 12,75 GHz). Mit acht Ausgängen, bei denen
getrennt voneinander jeweils der Receiver eine aus den vier Ebenen auswählt.
Diese Version ist nur für den direkten Anschluss von maximal acht Receivern geeignet.
LNBF für Einkabellösung
- Einkabellösung
- Ist eine Möglichkeit, mit einem einzigen Koaxkabel mit Hilfe eines
Frequenzversatzes die Signale an mehrere Benutzer weiterzuleiten. Je nach
Einkabelsystem werden nur die für einen Kulturkreis als wichtig angesehenen
Kanäle (analog) bzw. Transponder (digital) auf EIN baumförmig verlegtes Kabel
umgesetzt, unabhängig davon, auf welcher Ebene (U.H./U.V./O.H./O.V.)
sie vom Satelliten kommen. Der Empfang erfolgt dann weiter mit den üblichen
analogen bzw. digitalen Satellitenreceivern, aber unter wesentlich anderen
Frequenzen als den gewohnten und OHNE Schaltsignale (13/18 Volt, 22kHz) auf
dem Kabel. Bei Frequenzumstellungen der Programmanbieter bzw. Satellitenbetreiber
kann es sein, dass aufwändige Änderungen an dieser Art Empfangsanlage nötig sind.
Deswegen wird von einigen Satellitenbetreibern empfohlen, nach Möglichkeit immer
durch sternförmig verlegte Kabelstruktur das komplette Programm-/ Transponderangebot
allen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen. Für Einkabellösungen gibt es zum Beispiel
das GP31-D, DiSEqC EN50494 bzw. Unicable und Johannson. Gerade für DiSEqC EN50494 bzw. Unicable muß man darauf achten,
daß der Receiver diese Art der Signalaufbereitung leisten kann. Bei Johannson
werden die beiden Frequenzbereiche von einem TWIN LNB an der Schüssel umgesetzt und vor dem Receiver
wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, sodaß der Receiver die zwischengeschaltete
Umsetzung gar nicht wahrnimmt. Allerdings muß dafür auch bei der Schüssel ein
Stromanschluß vorhanden sein.
Einkabellösung mit DiSEqC EN50494 bzw. Unicable
Unter 1.12.7 ist beschrieben, wie man mit nur einem Kabel bis zu acht Receiver
versorgen kann. Der LNB muß DiSEqC EN50494 bzw. Unicable tauglich sein.
zum Inhaltsverzeichnis
Digitalreceiver haben
teilweise die Einrichtung für Pay TV, worauf ich hier aber nicht eingehen
werde. Da fehlen mir auch die Kenntnisse. Wohl die meisten Digitalreceiver
haben einen automatischen Sendersuchlauf sowohl für den ganzen Frequenzbereich
als auch für nur einen Transponder. In speziellen Fällen kann sogar
ein einzelner Sender gezielt einprogrammiert werden wenn z.B. bei Euronews
auf Hotbird mehrere Audio PID mit jeweils einer Sprache zur Verfügung
stehen. Dabei wird dann das Programm z.B. mit der deutschen Sprache eingestellt.
Aktuelle Digitalreceiver können den Ton zum Beispiel für Dolby Digital (AC3) optisch
und/ oder elektrisch zu einem Verstärker weiterleiten und das Wohnzimmer in einen
Konzertsaal verwandeln.
Ein Thema bei den Digitalreceivern sind die Umschaltzeiten von einem zum anderen
Programm. Während in den ersten Jahren mehrere Sekunden vergehen konnten, bis der
nächste Sender zu sehen war, dauert es heute meist weniger als eine Sekunde. Die
Zeiten sind halt erforderlich zum Einlesen der Sendeparameter, deren Einstellung
für den Receiver und den Empfang des ersten Vollbilds des gewählten Senders.
Eine weitere technische Errungenschaft beim digitalen Fernsehen ist der electronic
program guide EPG, in dem von den Sendeanstalten Informationen zu ihren Sendungen
mitgeliefert werden. Hier ist es möglich bis zu einer Woche voraus die Programmvorschau
zu sehen und Sendungen zum Anschauen vorzumerken bzw. für die Aufnahme zu markieren.
Diesen Vorteil nutzen bereits Satreceiver mit Festplatten für die Aufnahme. Viele
Sender liefern noch eine Beschreibung der Sendung mit, die dann im EPG
oder beim Betrachten abgerufen werden kann. Einige Festplattenreceiver ermöglichen
auch Schneiden der Aufnahmen und das Timeshifting. Dabei kann während eine Sendung
noch läuft die Aufnahme angesehen werden und zum Beispiel Werbung übersprungen werden.
Interessant ist hier, dass bei unserem Topfield 5000 Twinreceiver mit einer
160 GB Platte etwa 88 Stunden Platz finden.
Daher verlor der VCR mit seinen gut 25 Kassetten seinen Platz im Wohnzimmer.
Hervorzuheben ist, dass diese Aufnahmen die gleiche Qualität aufweisen wie das
gesendete Original, da tatsächlich kein Qualitätsverlust des aufgenommenen MPEG2
Streams eintritt.
Was vielleicht auch nicht überall bekannt ist, sind Zusatzprogramme bei den Topfield
Receivern jünger als das 4000er Modell. Topfield hat nämlich hier die Schnittstellen
öffentlich gemacht und bietet Entwicklungssoftware für solche Zusatzprogramme im Netz an.
Da kann man sogenannte TAPs entwickeln, in den Receiver
übertragen und somit zusätzliche Funktionen installieren. So gibt es zum
Beispiel mit 3PG ein Programm, das hervorragende EPG Funktionen zum Programmieren von Aufnahmen
und auch viele "Spielereien" beinhaltet. Bei uns kommt auch noch Overfly zum Einsatz, weil damit
Werbeblöcke bei den privaten Sendern fast alle automatisch übersprungen werden. In der
Zwischenzeit hat sich eine große Anzahl solcher Programme ergeben, die natürlich
auch im Netz heruntergeladen werden können. Fast alle Taps sind kostenfrei
und werden noch auf Anregungen aus dem Topfield Forum gepflegt und erweitert.
Digitale Radiosender im DVB Format werden von den mir bekannten Digitalreceivern
als solche erkannt und liefern nur ein "Schwarzbild". Bei der Menge von Sendern ist
es bestimmt sinnvoll, sich ein paar Lieblingssender auszusuchen und in der
Programmliste vorne zu positionieren. Auf diese Weise kann man an der digitalen
Anzeige des Receivers den Sender erkennen. Sonst müsste man den TV Apparat
einschalten, nur um in der Programmliste den gerade gehörten Sender
zu erkennen.
Viele Digitalreceiver haben eine RS232 oder USB Schnittstelle, über die
in Verbindung mit einem PC eine neue Betriebssoftware in den Receiver geladen
werden kann. Die Software kann in Form von Dateien von einem Datenträger
oder aus dem Internet bezogen werden. Einige Anbieter von Receivern haben
dazu Webseiten eingerichtet und pflegen diese mehr oder weniger
zuverlässig. Meist ist es auch ein Kabel erforderlich, damit der Transfer ermöglicht wird. Aktuell
ist meist die USB Schnittstelle, die das Übertragen wesentlich schneller erfolgen lässt.
Bei unserem Radix Epsilon 2 AD habe ich schon mehrmals eine neue Version eingelesen.
Diese hatte schon zusätzliche Funktionen gegenüber der Version beim Kauf. So kann
man hier an der Weiterentwicklung der Geräte teilhaben, ohne ein neues
Gerät kaufen zu müssen. Allerdings kann es auch passieren, dass
die neue Version Fehler hat und man wieder auf die alte Version zurückgeht.
Daher bewahre ich mir immer die alte Version am PC auf.
Manche Hersteller von Satellitenreceivern bieten die Möglichkeit, neue Versionen
ihrer Software zum Betrieb ihrer Receiver über Satellit zu übertragen.
Unterschiedlich ist dabei die Vorgehensweise. Während zum Beispiel Premiere die
Software bei den zugelassenen Receivern zwangsweise überträgt, kann bei
verschiedenen Herstellern von Receivern die Software auf Anforderung heruntergeladen
werden. Persönlich ist mir die Methode über den PC lieber, weil ich dann bei
einer schlechten Softwareversion die letzte Version wieder lade.
Mit vielen Festplattenreceivern ist es möglich, Aufnahmen zum PC zu übertragen.
Das können Filme, Mp3 Dateien oder Senderlisten sein. Diese Dateien können am PC
bearbeitet werden und wieder auf den Festplattenreceiver zurück übertragen werden.
Als Schnittstellen zur Übertragung kommen RS232 oder auch USB in Frage. Die USB
Schnittstelle in der Version 2.0 lässt schnellere Übertragungen zu.
Wie mir Wolfgang Barth mitteilt, kann man den Dreambox Receiver direkt in ein
normales lokales Ethernet Netzwerk einbinden, so dass die PC Festplatte wie eine
lokale Festplatte der Dreambox verwendbar ist. Damit ist mit Standardprotokollen
wie FTP das rauf- und runterladen möglich und zwar viel einfacher als mit
RS232 (zu langsam) oder mit USB 2.0 (schnell aber nicht so "seamless" einbindbar).
Ausserdem kann dann die Box direkt ins Internet und z.B. direkt neue
Software laden oder Internet-Radio abspielen. Mit der Dreambox kann man sogar
DIREKT von der PC Festplatte kommend Filme auf der Box abspielen incl. aller
Features wie stop, schneller Vorlauf ...
zum Inhaltsverzeichnis
Oft steht jemand vor der Frage, ob er sich für "das Kabel" oder für
Satellitenempfang entscheiden soll.
Die Kabelbetreiber wollen ihre
Signale so verschlüsseln, dass sie ausschliesslich von ihrer Box empfangen
werden können. Dadurch ergeben sich bei einem Umzug dann häufig Probleme, weil die Box beim
anderen Kabelbetreiber nicht funktioniert.
Aus technischer Sicht haben sie gar nicht die Möglichkeit, die große Anzahle der
über Satellit ausgestrahlten Programme zu verteilen. Über Satellit werden auch
sehr viel mehr Programme in HD Qualität ausgestrahlt.
Für den deutschen Bereich bringt Astra 19,2 Grad die öffentlich
rechtlichen Sender der Bundesrepublik und auch die dritten Programme. Nun senden
mehrere dritte Programme gleiche Programme, und nur "das lokale Fenster"
wird unterschiedlich behandelt. Zusätzlich werden alle privaten (durch Werbung
finanzierte) Programme ebenfalls hier ausgestrahlt. Von den Hotbirdsystemen ist für den Hausgebrauch
die Position 13 Grad Ost die interessanteste. Dort sind einige deutsche Programme und
sonst aus ganz Europa und auch Afrika und Asien Sender vertreten. Darf ich hier nur
die Länder nennen, die mir gerade so einfallen. Grossbritannien, Frankreich,
Spanien, Italien, Polen, Bulgarien, Ungarn, Kroatien, Griechenland, Türkei
und jede Menge arabische Länder sind vertreten. Neben diesen Satellitenpositionen
sind auf 28,2 bzw. 28,5 Grad mehrere Satelliten von Astra und Hotbird positioniert.
Hier sind auch die unverschlüsselten Sender der BBC empfangbar.
DSL via Satellit
Es existiert auch eine bezahlbare Lösung zum bidirektionalen Internetempfang per
Satellit. Dazu benötigt man allerdings eine rückkanalfähige Empfangsanlage.
Zusätzlich benötigt man einen Diensteanbieter.
zum Inhaltsverzeichnis
Schon zu Beginn der Ausstrahlung von analogen Fernsehprogrammen wurden
auf den Tonseitenbändern analog Radioprogramme ausgestrahlt. Dann kam
der bayerische Rundfunk auf die Idee, teuere Richtfunkstrecken zur Versorgung
seiner einzelnen Sender einzusparen und führte eine spezielle digitale
Abstrahlung seiner Radiosender unter dem Begriff ADR ein. Der Astra Betreiber
SES schaltete schnell, bot das Verfahren als Astra Digital Radio an und
so war in Europa das "digitale Radio" erfunden. Allerdings braucht man zur privaten
Nutzung ein eigenes Gerät für den ADR Empfang. So fehlte ADR die Akzeptanz zum grossen
Durchbruch. Inzwischen wurde der DVB Standard
eingeführt und von den meisten Sendern übernommen. Nachdem ADR
fast ausschliesslich in Deutschland und der Schweiz zum Einsatz kommt und
die Versuche mit Pay Radio fehlschlugen, gibt es weitaus mehr digitale
DVB Radioprogramme in Europa als ADR Programme. Ausserdem schalteten doch schon
einige Sender ihr ADR Signal ab und seit 2005 senden die öffentlich rechtlichen
Sendeanstalten in Deutschland alle ihre Radioprogramme im DVB Modus über Satellit.
Radioempfang
Die Satellitenreceiver haben in der Regel Cinch (RCA) Buchsen für den
Tonausgang. Diese beiden Buchsen für links und rechts sind mit einem
Verstärkereingang der Stereoanlage zu verbinden. Zum Betrieb stellt
man am Satellitenreceiver den gewünschten Sender ein und hört den
Ton über den Verstärker wie bei anderen Tonquellen z.B. CD, Radio oder
Kassette.
zum Inhaltsverzeichnis
Die Schüsseln können auf einem Dach ebenso wie am Boden installiert
werden. Eine Installation unter einem Hausdach scheint in den meisten
Fällen keinen Erfolg zu bringen. Aus eigener Erfahrung stelle ich fest,
dass eine Markise über der Schüssel den Empfang nicht merklich
beeinträchtigt. Wichtig ist nur die freie Sicht in dem "Fenster", das
auf den zu empfangenden Satelliten zeigt. In letzter Zeit habe ich von mehreren
Fällen erfahren, bei denen der Empfang hinter einer Glasscheibe
funktioniert. Bei einer Installation ist die Schüssel unter dem Dach
mit Sicht durch eine Plastikfensterscheibe. Dazu ist auf meiner homepage unter
Photo ein Beispiel abgelegt. Von einem anderen FAQ Leser habe
ich erfahren, dass er im Wohnzimmer hinter einer Isolierverglasung guten
Empfang hat. Hier können die Unterschiede bei Verglasungen eine Rolle
spielen. Viele Isolierglasscheiben sind mit Metallschichten bedampft.
Unter Umständen findet sich die Erklärung in diesen Unterschieden,
dass der Empfang mal hinter Glas klappt und mal nicht.
Ein Beispiel zum Suchen der Satellitenposition mit der Schüssel:
Es soll das Astra Satellitensystem auf 19,2 Grad Ost empfangen werden. Bei
meiner Installation habe ich den Kompass nach Süden gerichtet und die
Schüssel etwa 19 Grad nach Osten gedreht. Das ist der Azimutwinkel,
während die Höheneinstellung mit dem Elevationswinkel vom Standort
abhängt. Der Elevationswinkel muss in Tabellen nachgesehen werden und
ist zum Beispiel für München bisschen mehr als 34 Grad. An den
meisten Schüsselhalterungen ist eine grobe Winkelskala angebracht, die
zur ersten Einstellung ausreicht. Zu beachten ist die senkrechte Stellung
der Drehachse der Schüssel. Nach der Montage der Schüssel schliesst
man den LNB mit einem doppeltgeschirmten, sattauglichen Koaxkabel an den
Receiver an. Wichtig ist unter Umständen, dass am sogenannten F-Stecker
der Stift in der Mitte nicht verbogen und so beim Zusammenstecken kein
Kurzschluss erzeugt wird.
Achtung: Die F-Stecker sind vor Wasser zu schützen. Wird das unterlassen,
fallen öfter nach ein paar Jahren einer oder mehrere Sender aus, bis kein
horizontal polarisierter Sender mehr empfangen wird. Dann hat die Korrosion
zugeschlagen. Zur Abhilfe sollte man die Stecker lösen, reinigen, mit
Fett versehen und nach dem Verschrauben vor Feuchtigkeit schützen.
Die exakte Einstellung der Schüssel habe ich mit einem einfachen Satfinder für damals
DM 50.- vorgenommen. Der wird zwischen LNB und Receiver angeschlossen und
zeigt beim Drehen der Schüssel durch den Maximalausschlag die optimale
Einstellung an. Manchmal bringt das Verschieben des LNB innerhalb seiner
Halterung zur oder von der Schüssel noch eine etwas höhere
Feldstärke. Als kleiner Zusatzhinweis sei gesagt, dass die genaue
Einstellung bei grossen Schüsseln noch wichtiger ist als bei kleinen
Schüsseln. Der Grund ist der kleinere Öffnungswinkel bei grossen
Schüsseln. Manche Spezialisten empfehlen für die genaue Einstellung
der Schüssel ein nasses Tuch über dem LNB, weil dann die optimale Einstellung mit schwachen
Signalen vorgenommen werden kann.
Zur Einstellung einer Multifeedschüssel folgende Betrachtung:
Für meine Schüssel mit Astra 19,2 Grad und Hotbird 13 Grad gibt das SMW Programm
für eine Astra Schüsseleinstellung diese Effizienz an. Am focal point 65% und am
non-focal point 36%. Unter diesen Gesichtspunkten ist nur logisch, dass man die
Schüssel zur Mitte zwischen den beiden ausrichtet und beide LNBs sozusagen gleich
schielen lässt.
Hinweis zur Ermittlung der Winkel:
Der Azimutwinkel ist in unseren Gefilden für den Satelliten, auf dessen
Längengrad man sitzt, direkte Südrichtung bzw. 180 Grad.
zum Inhaltsverzeichnis
Wohin mit der Schüssel?
Viele montieren einfach aus Gewohnheit die Schüssel auf das Dach an
einen Mast. Dabei sind Windlast, Erdung, Kabeldurchführung durch das
Dach usw. zu beachten. Zusätzlich zu bedenken ist für spätere
Zeiten die Erreichbarkeit bei Messungen oder LNB Wechsel. Andere ersparen
sich die Windlastprobleme und die Frage der Erdung und bauen die Schüssel
in einen Balkon oder an eine Mauer. Hier kommt die gute Erreichbarkeit zum
Zuge, wenn bei starkem Schneefall in der unteren Schüsselhälfte
so etwa zehn Zentimeter Schnee liegen, dann ist in der Regel der Empfang
gestört. Mit der Hand kurz den Schnee wegwischen und der Empfang ist
wieder in Ordnung. Zur Frage der Erdung auf dem Dach reicht die übliche
Erdung des Mastes. Für den Balkon gibt es noch eine Möglichkeit,
die Schüssel gegen Blicke von aussen zu verbergen. Dazu wird die
Schüssel umgedreht und sozusagen auf den Boden gelegt. Gegen das sich
eventuell sammelnde Regenwasser hilft dann an der tiefsten Stelle ein kleines
Loch. Auf die Empfangsqualität wirkt sich das kleine Loch nicht negativ
aus.
Erdung der Schüssel
Laut Bernhard Krieg: Technik des Satellitenempfangs: (Elektor Verlag 1993)
Zitat Start-
Eine Erdung ist nicht erforderlich bei:
Zimmerantennen
Antennen, die ins Gerät eingebaut sind
Aussenantennen, die mindestens 2m unterhalb der Dachkante montiert sind und
höchstens 1,5m über die Aussenfront ragen
Antennen unter der Dachhaut
Zu beachten ist, dass eine vorschriftsmäßig geerdete Antennenanlage
KEIN ERSATZ für eine BLITZSCHUTZANLAGE nach DIN 57 185 Teil 1 und Teil2
, VDE 0185 Teil 1 und Teil 2 ist.
Zitat Ende-
Einstellung der DiSEqC Schalter:
Bei DiSEqC Schaltern ist manchmal auf der Seite ein Schiebeschalter zu finden.
Da lauten die Einstellungen DiSEqC, Ton Burst oder 22 kHz. Die 22kHz können
in "analogen" Systemen verwendet werden, in denen nur der untere Frequenzbereich
genutzt wird. Bei Universal LNB werden diese 22kHz benötigt, um die
Frequenzbereiche zu selektieren. Das Ton Burst Signal findet in Anlagen
Verwendung, bei denen der Receiver kein DiSEqC versteht und nur die Vorstufe
Ton Burst liefert. Also bleibt für die heutigen Anlagen mit
Satellitenauswahl nur die DiSEqc Einstellung. Mit dieser Einstellung sollte
aus Gründen der Zeitdauer nach Möglichkeit mal mit der manuellen
Suchwahl ein Transponder abgesucht werden. Bietet der Receiver die DiSEqC
Einstellungen A bis D an, so ist häufig ein Satellit mit A und
der andere Satellit mit D bezeichnet. Mit älterer Software gab es zum
Beispiel auch die Einstellungen von 1 bis 16. Da galt dann für die vier
Ebenen des ersten Satelliten 1 bis 4 und für die vier Ebenen des
anderen Satelliten 12 bis 16. Die vier Ebenen sind zu verstehen als unteres
Frequenzband horizontal - unteres Frequenzband vertikal - oberes Frequenzband
horizontal - oberes Frequenzband vertikal.
Digitale Receiver verfügen wohl alle über eine Suchlaufautomatik.
Allerdings existieren auch hier viele Unterschiede. Der eine Suchlauf spürt
automatisch alle Sender eines Satelliten auf. Bei manchen Receivern muss
dieser Suchlauf für jede Polarisationsebene und beide Frequenzbänder
durchgeführt werden. Als alternative Lösung wird ein Suchlauf für
einen Transponder (hier ein Senderpaket) angeboten. Auch manuell kann ein
Suchlauf für einen Sender gestartet werden. Dazu muss Sendefrequenz,
Polarisationsebene, 22kHz Signal beim oberen Frequenzband, eventuell das
DiSEqC Signal und die Video- sowie Audio- PID angegeben werden. Generell
muss hier der Blick in die Bedienungsanleitung empfohlen werden, weil fast
jeder Receiver anders zu bedienen ist.
Die Video- und Audio-PID ( Programmidentifikation) kennzeichnen den Sender
innerhalb eines Bouquets, also eines Pakets. Zusätzlich existieren noch
die Identifikationen NID, PCR, SID und TID. Diese Id's werden meist unterhalb
der Bedieneroberfläche von den Digitalreceivern verarbeitet und können
gar nicht von uns gelesen oder eingegeben werden.
Bei Norbert Schlammer kann man sich Sendertabellen als Datei zum
Weiterverarbeiten abholen. Der Link findet sich am Ende der Faq bei den
anderen Links. Ausserdem sind auch noch Links zu anderen Sendertabellen wie zum
Beispiel Lyngsat.
zum Inhaltsverzeichnis
Für einzelne Empfänger mit einem single LNB stellt sich natürlich
keine Frage bei der Verteilung. Hier wird das Kabel vom LNB direkt zum Receiver
geführt. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit,
die Verbindung über normale Rohre in der Wand zu verlegen. Wenn nun
mit Hilfe der Signalzuführung der vorhandenen terrestrischen Leitung
beide Signale in einem Kabel geführt werden, erfolgt der Anschluss des
Receivers von einer speziellen Sat-Anschlussdose, in der die Signale für
das TV-Gerät und den Receiver wieder getrennt werden. Bei längeren
Leitungen kann man eventuell das Bild verbessern, indem ein sogenannter
Inlineverstärker dazwischen gesteckt wird. Das ist wie eine kleine
Röhre, in der ein Miniverstärker mit dem benötigten Strom
von der Gleichspannung des Receivers versorgt wird. Dazu wird das Kabel
möglichst nahe der Schüssel aufgetrennt und über F-Stecker
der Verstärker angeschraubt. TWIN Receiver mit TWIN LNB werden auch direkt
verbunden ebenso die Quad LNB.
Hier ein paar Worte zur Kabelqualität von Breitband- bzw. Satellitenkabel,
die ich von Dieter Wiedmann aus de.rec.tv.technik zitiere:
Für BK reicht die preiswertere Leitung mit Massivdielektrikum (Sat:
Schaumdielektrikum) und verkupfertem Stahlinnenleiter (Sat: massiv
Kupfer). Bei mäßigen Längen (bis 10m) spielt der Unterschied praktisch
keine Rolle, lediglich die weniger gute Schirmung kann zu Problemen mit
DECT-Telefonen führen. Man kann das natürlich auch vorher durchmessen,
die dafür notwendigen Messgeräte sollte jeder R&F-Fachbetrieb haben, ich
halte das aber für nicht notwendig.
Wurde bisher auschliesslich im unteren Frequenzbereich mit zwei Satelliten
gearbeitet, so kam meist ein 22kHz Schalter zum Einsatz, um vom Receiver
aus die Auswahl der Satelliten zu steuern. Eine andere Art der
Satellitensteuerung ist auch heute noch teilweise die mit einem 0/ 12 Volt
Schalter. Nach der Einführung der Universal LNB für beide
Frequenzbereiche wurde das 22 kHz Signal dafür verwendet, den oberen
Frequenzbereich anzusteuern. Daher benötigt man eine andere Methode,
um zwischen mehreren Satelliten auszuwählen. Die Lösung heisst
hier DiSEqC. Das ist ein System mit mehreren Ausbaustufen, die allerdings
mit dem Begriff Version z.B. 1.0 bezeichnet werden. Abhängig davon,
wie komplex die Anlage aufgebaut ist, benötigt man leistungsfähigere
Systeme. Für eine motorgesteuerte Anlage verwendet man DiSEqC 1.2 oder 1.3. DiSEqC
1.3 wird auch mit Usals bezeichnet.
zum Inhaltsverzeichnis
Für die verbreiteten Astra und Hotbird Multifeed Anlagen genügt
die Version 1.0. Für einen Satelliten mit analogem und digitalem Empfang
braucht man zur Versorgung mehrerer Teilnehmer ein Universal Quattro LNB.
Vorsicht, da dieser Begriff aufgeweicht ist. So wird ein LNB mit den vier
Ausgängen
-
- unterer Frequenzbereich vertikal
-
- unterer Frequenzbereich horizontal
-
- oberer Frequenzbereich vertikal
-
- oberer Frequenzbereich horizontal
als Universal Quattro LNB bezeichnet. Daneben gibt es aber auch Universal
Quattro LNB, die ebenso wie die Universal TWIN LNB völlig
eigenständige Ausgänge haben, nur eben vier an der Zahl. Jetzt
hängt die Auswahl vom Verwendungszweck ab. Bis zu vier Teilnehmer
genügt das zweitere Universal Quattro LNB, das man dann als mit eingebauter
Matrix bezeichnet. Diese LNB mit eingebauter Matrix nennt man heute meist
Quad LNB. Bei mehr Teilnehmern braucht man einen Multischalter. Für
einen Satelliten werden dann die vier Ausgänge des Universal Quattro
LNB gemäss der Beschriftung mit dem passenden Multischalter verbunden.
Für Mehrteilnehmer Anlagen mit Astra und Hotbird gibt es Multischalter
mit acht bzw. neun Eingängen. Da werden die Ausgänge der beiden
Universal Quattro LNB gemäss der Beschriftung aber getrennt nach Satellit
A oder B mit dem Multischalter verbunden. Der eben erwähnte neunte Eingang
bezieht sich auf die Zuführung des terrestrischen Signals von der bisher
üblichen Antenne. Eigentlich alle Multischalter Versionen gibt es auch
mit einem terrestrischen Eingang, der dann erst vor dem Receiver in einer
Antennendose wieder aufgetrennt wird. Die Ausgänge der Multischalter
sind meistens weiter kaskadierbar. Dies muss aber dann beim Kauf erst erfragt
werden. Dabei spielen dann die DiSEqC Ausbaustufen der einzelnen Bauteile
(LNB, Multischalter und Receiver) eine wesentliche Rolle. Empfehlenswert
ist sicher die Verwendung von Schaltern mit eigener Stromversorgung. Aber
beim Bau einer derartigen Anlage wird kaum der Amateur zum Einsatz kommen,
sondern eine Firma die Konzeption und den Aufbau übernehmen.
Hat man nur ein Kabel vom LNB zur Verfügung und will trotzdem einen zweiten
Receiver oder einen Twin-Receiver einsetzen, so gibt es die Möglichkeit, den
zweiten Receiver mit Einschränkungen zu verwenden. Voraussetzung dazu ist die
Durchschleifmöglichkeit am ersten Receiver. Hier wird auch der Begriff loopthrough
benutzt. Dabei wird ein Kabel vom Ausgang des ersten zum Eingang des zweiten
Receivers geführt. Gesehen werden kann am zweiten Receiver dann bei eingeschaltetem
ersten Receiver nur ein Programm aus der gleichen "Ebene".
(horizontal/ vertikal/ oberes Frequenzband/ unteres Frequenzband)
Wenn im Haus nur ein Kabelnetz ohne
Sternverteilung vorhanden ist, werden manchmal Kopfstationen eingesetzt.
In Kopfstationen werden die von den Satelliten ausgestrahlten Programme
empfangen, auf eine VHF oder UHF Frequenz umgesetzt und in die terrestrische
Hausanlage miteingespeist. In der Anlage werden diese Signale genauso behandelt
wie die der terrestrisch
empfangenen Programme. Bis hierher klingt das wie der ideale Satellitenempfang.
Leider haben Kopfstationen wesentliche Nachteile. Die Anzahl der Programme ist schon
stark eingeschränkt durch den zur Verfügung stehenden Frequenzbereich
für die terrestrischen Signale. Ausserdem müssen die zu empfangenden
Programme an der Kopfstation fest eingestellt werden.
Es gibt Kopfstationen, mit denen alle Sender, also auch digitale Sender,
empfangen werden können. Im Gegensatz zu den anderen Satanlagen stehen
aber bei diesen Kopfstationen nicht alle Programme gleichzeitig am Receiver
zur Verfügung, sondern die Auswahl erfolgt beim Receiver und die Kopfstation
liefert auf den hierfür eingestellten Frequenzen nur das jeweilige Programm.
So können bei einer Kopfstation für zehn Teilnehmer auch zehn Programme
auf dem einen Kabel geliefert werden. Die Steuerung der Programmauswahl an
der Kopfstation erfolgt auf verschiedene Arten. Einmal über Signale,
die vom Receiver über das Kabel zur Kopfstation geleitet werden oder
durch zusätzliche Funkfernbedienungen.
Von Smart wurde eine Unikabellösung angekündigt, mit der bis zu acht Abnehmer
bedient werden können. Dabei werden die Signale eines ausgewählten Transponders auf
eine Zwischenfrequenz umgesetzt. Natürlich muß darauf geachtet werden, daß der
Receiver unikabelfähig ist.
zum Inhaltsverzeichnis
Die grundsätzliche Verteilung wurde bereits beschrieben. Hier kommen nur noch
Hinweise zur Verteilung in speziellen Fällen, bei denen mehrere Satelliten empfangen
werden sollen. Bei bis zu vier LNB (je Satellitensystem ein LNB) und nur einem
Receiver genügt ein DiSEqC Schalter mit vier Eingängen und einem Ausgang.
Bei meiner derzeitigen Anlage habe ich ein Sharp Quad LNB auf
Astra 19 Grad, ein Sharp Twin auf Hotbird 13 Grad und ein Philips
Single LNB auf 28 Grad installiert. Ein Quad Ausgang geht direkt zum Radix
Epsilon 2AD.
Zwei Quad Ausgänge, die zwei Twin Ausgänge und der Single gehen zu zwei DiSEqC
Schaltern vier auf eins von Reichelt (19 Euro das Stück) und mit zwei Kabeln zum
Topfield 5000.
zum Inhaltsverzeichnis
Ist die Empfangsqualität witterungsbedingt, wegen einer zu kleinen
Schüssel oder zu langen Leitungen schwach, so können sich verschiedene
unschöne Erscheinungen bilden. Meist sind Klötzchen im Bild oder das Signal fällt völlig aus.
Wird Videotext empfangen, so wird der bei schwachem
Empfang zerstückelt oder gar nicht erst dekodiert.
Für die Beurteilung der Empfangsqualität der LNB gibt es den Begriff
Rauschmass. Dabei bedeuten niedrige Werte eine gute Qualität. Mein Universal
TWIN LNB verfügt zum Beispiel über ein Rauschmass von 0,3 und das
bedeutet eine ordentliche Qualität. Bei meinem Sharp Quad habe ich jetzt ein
Rauschmass von 0,3. Allerdings ist das Rauschmass kein absoluter Wert, da viele
LNB Hersteller den Wert bei einer für sie günstigen Frequnz messen und dann damit werben.
Die normale Verbindung zwischen Satreceiver und TV bzw. VCR erfolgt im analogen Bereich
weitgehend über sogenannte Scartkabel. Die Signalqualität ist hoch,
weil keine zusätzliche Umsetzung erforderlich ist. Allerdings gibt es
auch die Verbindung mit dem "durchgeschleiften" terrestrischen Antennenkabel.
Hier wird das im Receiver erzeugte Signal von einem HF-Modulator auf eine
Frequenz im Bereich der terrestrischen Senderfrequenzen moduliert und mit
auf das terrestrische Antennenkabel geleitet. Daher kommt auf dem Antennenkabel
ausser den schon vorhandenen Sendern auch das Signal des Receivers im gleichen
UHF Frequenzbereich mit heraus. Dieses Kabel wird nun bei dieser Methode
als Zuführung zu TV oder VCR Geräten im Haus als terrestrisches
Antennenkabel weiter verteilt. Mit dem Kabel können wir zum Beispiel
auf jeder Ebene des Hauses dann Satellit empfangen. Bei dieser Methode
wird der Ton in der Regel nur mono weitergeleitet. Allerdings findet diese Methode ihre Grenzen bei
TV Geräten, die nur Tuner für digitalen Empfang aufweisen.
Die interne Verbindung zwischen zwei Receivern, TV (und früher VCR) erfolgt bei uns
über einen Scartschalter.
Mit einer Fernbedienung, die sowohl Funk- als auch Infrarot Signale sendet
und einem Funk/ Infrarot-Wandler vor den Receivern aufgestellt steuern
wir aus dem jeweiligen Raum das Programm. Als wir den VCR noch einsetzten, wurde
er ebenfalls so gesteuert. Das heisst mit dem
Funksignal der Fernbedienung wird im Infrarot-Wandler ein Infrarot Signal
wie von der normalen Fernbedienung erzeugt und zum Receiver gesendet. Der
arbeitet als ob er von einer Fernbedienung im gleichen Raum gesteuert
würde.
Eine verbreitete Methode, zwei Receiver zu koppeln, ist das sogenannte
Durchschleifen. Hier muss man trennen zwischen dem Durchschleifen der Antenne
im Bereich der terrestrischen Frequenzen und dem Durchschleifen der ZF-Signale,
sprich den Kabeln vom LNB. Die unproblematische terrestrische Methode ist
oben schon beschrieben. Werden ZF-Signale durch einen Receiver zu einem anderen
weitergeleitet, ist keiner der beteiligten Receiver mehr selbständig
sobald der zweite auch eingeschaltet ist. Ist einer ausgeschaltet, hat der
andere Receiver alle Möglichkeiten. Bei manchen Receivern ist es so,
dass der vom LNB her als erster angeschlossene Receiver den Ton angibt mit
seinen Steuersignalen und der dahinter angeschlossene Receiver nur die Programme
empfangen kann, die der vordere angesteuert hat. Hier nennt man den vorderen
Receiver den Master. Die technische Erklärung dazu:
Soll ein horizontal polarisierter Sender empfangen werden, gibt der Receiver
auf das Kabel zum LNB eine Gleichspannung, die höher ist als 15,5 Volt.
Damit schaltet der LNB auf horizontal. Natürlich kann der zweite Receiver
jetzt auch nur horizontal polarisierte Sender empfangen solange dieses Signal
anliegt. Erst wenn diese Gleichspannung wieder unter 15,5 Volt liegt, schaltet
der LNB auf die vertikale Ebene um. Und genauso verhält es sich mit
der Auswahl des oberen und des unteren Frequenzbandes. Nur handelt es sich
bei diesem Steuersignal nicht um eine Gleichspannung, sondern um eine Frequenz
von 22 kHz, die aufmoduliert wird, wenn der Universal LNB auf das obere
Frequenzband schalten soll.
Wie mir Wolfgang Barth mitteilt, bietet die Dreambox hier eine interessante Alternative.
Sie kann den MPEG2 Datenstrom über das Ethernet in das LAN streamen.
Hat man nun irgendwo über LAN oder auch WLAN(!) im Haus einen PC, so
braucht dieser nur einen Web-Browser wie Firefox zum Aufrufen des
Web-Interfaces der Box und die Freeware vlc von videolan.org.
Dann macht man nur EINEN DOPPELKLICK und hat das Fernsehbild und Ton in
voller digitaler Qualität auf dem PC, ohne dass der überhaupt eine
TV-karte oder so was brauchen würde.
Das geht sogar bei Premiere! Man kann dann Premiere im Haus auch auf
einem zweiten Fernseher sehen. Aber nur genau den Sender, der auch auf
der Box gerade läuft.
Die Firma Devolo bietet ein Paket an, das ein Signal vom LNB umsetzt auf das Stromnetz im Haushalt.
Damit ist es dann möglich, in jedem Zimmer dieses Signal aus der normalen Steckdose
abzugreifen und dem Satellitenreceiver zuzuführen. Allerdings scheint dies nur für einen
Receiver geeignet zu sein.
Im Münchner Raum kann man terrestrisch die Programme des ORF unverschlüsselt empfangen. Beim neuen Haus unserer
Tochter waren schon vier Kabel vom Antennenmast in den Keller geführt worden. Ein zusätzliches
Kabel für das terrestrische Signel wäre wegen der Dachdurchführung und der guten Isolation sehr
aufwendig geworden. Daher habe ich ein Hirschmann Quad LNB an der Schüssel und einen Rechen
für das terrestrische Signal auf das Dach montiert. Der LNB hat einen terrestrischen Eingang. Dort
habe ich also den Rechen angeschlossen, im Keller mit einer Bereichsweiche wieder abgetrennt
und in den Multischalter geführt. So ist im ganzen Haus der Satellitenempfang und DVB-T möglich.
Lustig finde ich ja, daß allein die Ausrichtung der Schüssel und des Yagirechens nach Kompass bereits
den Empfang ermöglichte. Die saubere Ausrichtung war dann eine Sache für besseres und wärmeres Wetter ;-)
1.12.7 Einkabelnetz mit DiSEqC EN50494 bzw. Unicable
Lange Jahre konnte man an einem Kabel sinnvoll nur einen Receiver oder Fernseher
betreiben. Mit DiSEqC EN50494 bzw. Unicable gibt es eine Möglichkeit, derzeit bis zu acht Receiver
gleichzeitig mit Satellitensignalen zu versorgen. Als Voraussetzung muß LNB oder
Multischalter sowie das Empfangsgerät DiSEqC EN50494 bzw. Unicable tauglich sein. Bei diesem System wird
manuell oder automatisch jeder Empfangsstation eine Frequenz zwischen 950–2150 MHz
zugeordnet. Mit Hilfe spezieller DiSEqC Signale wird die gewünschte Empfangsebene
ausgewählt,
weitergeleitet und dem Empfänger auf dieser Frequenz
zur Verfügung gestellt. Dadurch stehen den so angeschlossenen
Empfängern alle Programme zur Verfügung. Zwar nicht das gesamte Frequenzspektrum aber
schließlich genügt ja das ausgewählte Programm.
zum Inhaltsverzeichnis
Generelle Störungen
Bei terrestrischen Richtfunkstrecken, die im Frequenzbereich der Satelliten
senden kommt es ebenso wie bei benachbarten Radaranlagen glücklicherweise
selten zu Störungen. Hier kann nur ein Standortwechsel auf eine Position
im Sendeschatten des Störers helfen. Tobi erzählt von der Lösung,
bei der die Schüssel in einem Kellerschacht mit Blick nach Süden
helfen kann.
Störungen einzelner Sender "kein Signal"
Manchmal bringt der Receiver die Meldung "kein Signal" und kann einzelne Sender
nicht mehr empfangen. Es muß nicht der Baum sein, dessen Blätter den Empfangsbereich einengen.
Zum Beispiel durch eingedrungene Feuchtigkeit kann sich die LOF Frequenz verändern, was meist
mit dem Begriff Frequenzdrift umschrieben wird. In Wikipedia ist das erklärt.
Den Fehler eingegrenzt habe ich, indem ich einen
Transpondersuchlauf auf einen dieser Sender gestartet habe und dabei schrittweise um zwei MHz die Frequenz
vermindert bzw. erhöht habe. Als mit 12548 statt der vorgegebenen 12544 die Sender empfangen werden
konnten, war der Fehler erkannt und ich wechselte den Invacom Quad gegen einen Sharp aus.
Störungen einzelner Sender auf horizontaler Polarität
Treten sporadisch bei einzelnen Sendern Störungen auf, so ist zu
untersuchen, ob es sich nur um Sender mit horizontaler Polarisation handelt.
In diesem Fall ist häufig der Kontakt zwischen F-Stecker und LNB
verschlechtert, sodass die Spannung nicht mehr ausreicht, um richtig auf
die horizontale Polarisationsebene zu schalten. Häufig genügt es,
die Verschraubung zu lösen und wieder festzudrehen. Als Versuch habe
ich nach dem Aufschrauben auf das Gewinde ein ganz einfaches Maschinenfett
geschmiert, um die Luft abzuhalten und nach dem Verschrauben mit elastischem
Plastikband den F-Stecker umwickelt, um ihn vor Feuchtigkeit zu schützen.
Seitdem waren keine Störungen mehr vorhanden.
Störungen einzelner Sender auf der Frequnz 12480 MHz
Manchmal sind Sender gestört, weil auf ähnlichen Frequenzen auch
schnurlose Telefone ( DECT Telefone ) ihre Wellen von der Basisstation zum
Mobilteil schicken. In diesem Fall kann ein Standortwechsel für die
Basisstation die Lösung des Problems sein.
Manchmal ist auch die Abschirmung des Satellitenkabels schlecht oder die
Steckermontage nicht sauber durchgeführt worden bzw. im Lauf der Zeit ausgeleiert.
Als Daumenwert habe ich aus einer newsgroup einen empfohlenen Abstand von ca. 1,5 Metern. Bei uns zu Hause
sind auch so ein Gigaset 3035isdn mit einem 3000 Comfort und einem 4000 Comfort
als Mobilteile im Einsatz. Bei einem Abstand von etwas mehr als drei Metern haben
wir noch keine Einflüsse festgestellt.
Ein digitaler Sender kann plötzlich nicht mehr empfangen werden
Wenn plötzlich ein digitaler Sender wegbleibt, kann es daran liegen,
dass der Sender seine Identifikation (PID) geändert hat. Dann kann man
in einer aktuellen Sendertabelle die neue PID suchen und den Sender neu
einstellen oder einfach für diesen Transponder einen Suchlauf starten.
Dabei werden allerdings meistens auch die anderen Sender auf diesem Transponder
mitgefunden. Dann lösche ich die übrigen Sender sowie die alte
Senderenstellung weg und schiebe den gefundenen Sender an die Stelle der
Sendertabelle, an der er vorher war.
Wetterbedingte Störungen
Bei sehr starkem Regen mit wirklich grossen Wassertropfen kommt es schon
ein paarmal im Jahr zu Störungen. Dabei kommen farbige Quadrate, Bildaussetzer (Bild
bleibt stehen), Ton geht weg bis zu "kein Signal". Hier spielt sicher die
verwendete Wellenlänge eine Rolle im Zusammenhang mit den Hindernissen
im Sichtfeld zwischen den Satelliten und den Empfangsschüsseln. Bei
Schneeflocken und normalen Regentropfen werden die Funkwellen mit einer
Wellenlänge von 25 mm bei 12 GHz noch nicht nennenswert aufgehalten.
Erst wenn die Relation sehr grosse Tropfen und Wellenlänge zu stark
zum Hindernis tendiert, machen sich Störungen bemerkbar.
Interessant ist auch, dass unsere Markise im Sommer vollständig
über der Schüssel steht und der Empfang überhaupt nicht behindert
wird. Hingegen spielten Weinblätter eine stark behindernde Rolle, sobald
die Weintriebe einen Teil der Schüssel abdeckten.
Ein Trost wird es sicherlich für manchen sein, dass auch die Kabelnetze
meist über Satelliten gespeist werden und die gleichen Probleme aufweisen.
Bedenkt man, dass bei unserer 88cm Schüssel mittig zwischen Astra und
Hotbird ausgerichtet trotz Schielempfang höchstens fünfmal im
Jahr so bis zu zehn Minuten Ausfall vorkam.
Bleibt bei den Offsetspiegeln unten Schnee liegen, wird der Empfang auch
beeinträchtigt.
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Begriffe
- Azimut
- gibt an, in welche Himmelsrichtung eine Schüssel zum Empfang des gewünschten
Senders/ Satelliten zeigen muss (z.B. 180 Grad bedeutet exakte Südrichtung).
- Band
- Frequenzbereich, hier
- C-Band
- Frequenzen von 4 bis 8 GHz
- K-Band
- Frequenzen von 18 bis 27 GHz
- Ka-Band
- Frequenzen von 27 bis 40 GHz
- Ku-Band
- Frequenzen von 12 bis 18 GHz
- L-Band
- Freqenzen von 1 bis 2 GHz
- S-Band
- Frequenzen von 2 bis 4 GHz
- X-Band
- Frequenzen von 8 bis 12 GHz
- SMS-Band
- Frequenzen von 12,5 bis 12,75 GHz
- Beam
- Strahlungsform
eines Transponders. Die Ausleuchtzone ergibt sich beim Auftreffen der Signale
auf der Erdoberfläche.
- Cassegrain
- Antennenform mit zusätzlichem,
entgegengerichtetem Reflektor in der Schüssel
- Cinch
- Steckerverbindungsart, die für Audio und Video Geräte verwendet
wird. Auch RCA Stecker genannt.
- Dämpfung
- Signalstärkenverlust z.B. in einem Kabel, gemessen in Dezibel (db)
- Decoder
- entschlüsselt die vom Sender kodierten Signale
- Dolby digital
- ein Verfahren als Nachfolger vom analogen Dolby
surround und auch als AC3 bzw. 5.1 bekannt
- Elevation
- gibt den Winkel an, auf den eine Antenne zum Empfang des gewünschten
Senders/ Satelliten nach oben oder unten geschwenkt werden muss.
- Feed
- Das ist vorne am LNB der Trichter, der die von der Schüssel
reflektierten Signale bündelt.
- Feedhorn
- Das Rohr, auf dem ein Feed angebracht ist.
- Flansch
- bezeichnet man den
Träger, an dem Feed und Polariser montiert sind. In den für Astra
und Eutelsat gebräuchlichen LNB (LNBF) bilden diese Teile eine Einheit.
- Footprint
- Abbild des Empfangsbereichs auf der Erde (Ausleuchtzone)
- Modulator
- wandelt Video- und Audiosignale auf
anderen Frequenzbereich um
- Multifeed
- mehrere LNB werden an einer
Schüssel "schielend" auf verschiedene Satellitenpositionen ausgerichtet
betrieben
- Offset
- Ausschnitt aus einer
symmetrischen Parabolschüssel, bei dem der Brennpunkt in der Regel nach
unten verschoben ist.
- Polariser
- ist ein Wellenebenenumschalter
und in den verbreiteten LNB bereits integriert und schaltet abhängig
von der erhaltenen Gleichspannung die Polarisationsebene für die
horizontalen bzw. vertikalen Signale. Gerade im Drehschüsselbereich
gibt es auch externe Polariser, die mechanisch und heute eher magnetisch
arbeiten.
- Skew
- Polarisatoreinstellung
zur exakten H/V Einstellung, weil die Polarisationsebenen abhängig vom
Standort mehr oder weniger von den tatsächlichen horizontalen bzw.
vertikalen Linien abweichen. Wichtig ist diese Einstellung vor allem bei
drehbaren Antennen.
- Symbol
- bei einem Symbol werden bei QPSK
zwei Bits übertragen; 27,5 Megasymbols wären dann 55 Millionen Bit
- Transponder
- jeder Satellit verfügt über eine Reihe
von Transpondern, die Signale von den Uplinkstationen auf der Erde empfangen
und auf einer anderen Frequenz wieder zur Erde zurücksenden.
- Uplink
- Signalzuführung
von der Erde zum Satelliten
Unterstützung:
Tobias Senz danke ich für die Unterstützung zu Mailinglisten und
zur LNB Übersicht.
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